"

Fortbildungskonzept der ALG

Fortbildungskonzept der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule Geilenkirchen


Rahmenbedingungen der Lehrerfortbildung

Wesentliche Grundlagen zur Lehrerfortbildung ergeben sich in Nordrhein-Westfalen durch das Schulgesetz, die ADO sowie durch die Erlasse zur Schulprogrammarbeit, zur Fort- und Weiterbildung sowie zur Budgetierung von Fortbildungsmitteln. Grundlegend sind die Bestimmungen des Schulgesetzes (SchulG §57, 3; ADO §11,1), die alle Lehrerinnen und Lehrer dazu verpflichten, sich fortzubilden, um den sich ändernden Anforderungen der schulischen Praxis und Entwicklungen gerecht zu werden. Sie sind verpflichtet, sich zur Erhaltung und weiteren Entwicklung ihre Kenntnisse und Fähigkeiten selbst fortzubilden und an dienstlichen Fortbildungsmaßnahmen auch in der unterrichtsfreien Zeit teilzunehmen (vgl. SchulG §57 Abs. 3 – BASS 1-1). Zu den Aufgaben der Schulleiterinnen und Schulleiter gehört es, auf die Fortbildung der Lehrkräfte hinzuwirken (vgl. SchulG NRW §59, Abs. 6).

Im sogenannten Grundlagenerlass zu den Strukturen und Inhalten der Lehrerfortbildung und -weiterbildung (Fort- und Weiterbildung: Strukturen und Inhalte der Lehrerfort- und -weiterbildung. RdErl. D. Ministeriums für Schule, Jugend und Kinder v. 27.04.2004 – BASS 20-22 Nr. 8) wird aufgezeigt, mit welchen Formen und Inhalten Fort- und Weiterbildung die Schulen unterstützen kann. Entscheidend ist, dass Schulen ihren Fortbildungsbedarf überwiegend selbst definieren. Fortbildungsplanung ist Teil der Schulprogrammarbeit.

Zur Finanzierung der Fortbildungsaktivitäten erhalten die Schulen seit Sommer 2004 ein Fortbildungsbudget. Im sogenannten Budgetierungserlass werden das Verfahren zur Bereitstellung dieser Haushaltsmittel sowie die Regelungen zur Verwendung des Fortbildungsbudgets und zum Nachweis der Fortbildungsmaßnahmen dargestellt (Budgetierung von Fortbildungsmitteln des Landes und Bewirtschaftung dieser Haushaltsmittel durch die Schulen. RdErl. D. Ministeriums für Schule, Jugend und Kinder v. 6.5.2004 – BASS 20-22 Nr. 50.1). 

Fortbildung, die insbesondere der Qualität schulischer Arbeit und der Weiterentwicklung der einzelnen Schule als System dient, findet vorrangig schulintern statt. Sie ist arbeitsplatzbezogen ausgerichtet, in die schulische Fortbildungsplanung als Element der Schulentwicklungsplanung eingebunden und steht somit in kontinuierliche Rückkopplung zur Gesamtentwicklung der Schule. 

Schulexterne Lehrerfortbildung findet bei Themenstellungen, die einzelne Lehrerinnen und Lehrer betreffen, statt, um spezielle Qualifikationen zu vermitteln. Ziel der externen Fortbildung ist es auch, die Kooperation mit Lehrkräften anderer Schulen zu stärken.

Zudem gibt es Maßnahmen der Lehrerweiterbildung, die u.a. Angebote zur Sicherung der Unterrichtsversorgung in Mangelfächern (Zertifikatskurse), die Qualifizierung von Beratungslehrkräften oder von Leitungspersonal umfassen.

Fortbildungsplanung

Die Lehrerfortbildung hat die Aufgabe, die Lehrkräfte bei der Erweiterung und Vertiefung ihrer fachlichen, didaktischen und erzieherischen Kompetenzen zu unterstützen und die Weiterentwicklung des Unterrichts sowie der pädagogischen Arbeit an und in der Schule im Geiste ihres Schulprogramms und ihres Leitbildes zu fördern.

Fortbildungsplanung ist sowohl als kontinuierlicher Prozess des Aushandelns von aus dem Schulprogramm begründeten Bedarfen und individuellen Fortbildungsbedürfnissen zu verstehen, als auch als ein Instrument zur Planung und Koordination schulischer Fortbildungsaktivitäten. Orientiert an Schulentwicklung und Schulprogramm müssen stets die Bedürfnisse des Gesamtkollegiums, der Fachschaften und die individuellen Bedürfnisse und Wünsche abgeglichen werden.

Schwerpunkte der Fortbildung

Die Fortbildungsplanung unserer Schule trägt zur Unterstützung und Weiterentwicklung des Schulprogramms und zur Förderung der Schulentwicklung bei und orientiert sich an folgenden grundsätzlichen Schwerpunkten:

  • Standardsicherung
  • Unterrichts-/Schulentwicklung
  • Individuelle Förderung
  • Erziehungsarbeit 

Zu Beginn eines Schuljahres werden nach Möglichkeit alle Termine für schulinterne Fortbildungen im Terminplan vorgehalten.

Bei der Terminplanung sind die Weisungen des Schulministeriums zu beachten. So heißt es in der E-Mail des MSW vom 3.5.07 an die Schulleitungen: „Im Interesse der Lernzeit unserer Schülerinnen und Schüler, aber auch zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf der Eltern soll Fortbildung in erster Linie außerhalb der Unterrichtszeit erfolgen. Nach dem neuen Schulgesetz setzt die Genehmigung von Fortbildung während der Unterrichtszeit in der Regel voraus, dass eine Vertretung gesichert ist oder der Unterricht vorgezogen oder nachgeholt oder der Unterrichtsausfall auf andere Weise vermieden wird (vgl. SchulG §57, Abs. 3)“.

Als Ausnahme ist zugelassen, dass pro Schuljahr ein Unterrichtstag als Pädagogischer Tag des Kollegiums geplant werden kann. Außerdem kann – mit zeitlichem Abstand – ein weiterer Unterrichtstag in Anspruch genommen werden, wenn diese Fortbildungsmaßnahme einen zweiten Tag, der unterrichtsfrei ist, einbezieht (z.B. beweglicher Ferientag).

Zuständigkeiten

Fortbildungsplanung gehört zu den Aufgaben der Schulleitung. Sie ist für die pädagogische und inhaltliche Arbeit der Schule verantwortlich. Der Schulleiter entscheidet über alle Personalangelegenheiten der Lehrerinnen und Lehrer, zu denen u.a. die Genehmigung von Fortbildungen und Sonderurlaub gehört. Seine Befugnisse werden durch §59, Abs. 5 SchulG NRW ergänzt, in dem er im Rahmen der von der Lehrerkonferenz beschlossenen Grundsätze über Angelegenheiten der Lehrerfortbildungen entscheidet. Die Verantwortung in der Leitung der Fortbildungsplanung obliegt in unserer Schule der Didaktischen Leiterin. Sie übernimmt Planung und Durchführung von innerschulischen Lehrerfortbildungsveranstaltungen sowie die Information über außerschulische Fortbildungsveranstaltungen. Sie entscheidet – in Abstimmung mit der gesamten Schulleitung, den Fachkonferenzvorsitzenden und dem Lehrerrat – über die Teilnahme an externen Fortbildungen. Anträge müssen ihr rechtzeitig vorgelegt werden, um gegebenenfalls den Vertretungsunterricht sicherzustellen. Seit Einführung des Budgetierungserlasses werden ihre Aufgaben um die Verwaltung des Fortbildungsbudgets (Kostenabrechnung von Moderatoren, Referenten, Online- Erfassung,…) erweitert. Prioritäten, die bei der Fortbildungsplanung gesetzt werden müssen, sind von den jeweils vorrangigen Arbeitsbereichen sowie von den personellen und finanziellen Ressourcen abhängig.

Die Lehrerkonferenz entscheidet auf Vorschlag der Schulleitung über die im Fortbildungskonzept festgelegten Grundsätze der Lehrerfortbildung. 

Ermittlung des Fortbildungsbedarfs

Der Fortbildungsbedarf ergibt sich aus den inhaltlichen Schwerpunkten unseres Schulprogramms und aus den aktuellen und geplanten Entwicklungsvorhaben, die unsere Schule und unseren Unterricht betreffen. Dabei spielt zum einen die gesellschaftlich-politische Bildung im Sinne unserer Namensgebung (Anita Lichtenstein als jüdisches Mädchen aus Geilenkirchen, ermordet 1942) eine große Rolle, als auch unsere Auszeichnungen ‚Gute Gesunde Schule‘ (mit Schulentwicklungspreis 2010 und 2014) inkl. Mitgliedschaft im Landesprogramm Bildung und Gesundheit (BuG)und ‚Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage‘.

Fortbildungsbedarf ergibt sich ebenso aus der Arbeit im Ganztag und der Beratung und Begleitung einzelner Schülerinnen und Schüler (Beratungstätigkeit und Schulsozialarbeit). Die Einrichtung unseres Trainingsraums (seit Februar 2018) als pädagogische Maßnahme für störungsarmen Unterricht und seiner Weiterentwicklung muss bedacht werden.

Unsere Schule als Schule des Gemeinsamen Lernens bedarf zusätzlicher Qualifikationen zur Kompetenzerweiterung der Lehrkräfte. Die Schülerschaft verändert sich beständig in ihrer Heterogenität. Kollegiale Kooperationen mit anderen Schulen und Netzwerktreffen (z.B. über das BuG-Programm) sind notwendig und nützlich.

Die Ermittlung des Fortbildungsbedarfs geschieht über schulinterne Abfragen, Ergebnisse aus BuG-Screenings, IQES-Umfragen und über die Fachschaften, Jahrgangsteams, Arbeitsgruppen bzw. Nennung individueller Fortbildungswünsche einzelner Kolleginnen und Kollegen.

Unsere Schulentwicklungsgruppe, die sich unter Leitung der Didaktischen Leiterin zusammensetzt aus weiteren Schulleitungsmitgliedern und Kolleginnen und Kollegen sämtlicher Fachschaften sowie Mitgliedern des Lehrerrates, tagt regelmäßig, arbeitet an Themen rund um Schulentwicklung/Schulprogramm. Fragen, wie ‚welche Kompetenzen/Voraussetzungen sind vorhanden, wo ist Unterstützung nötig?‘ wird nachgegangen. Die Schulentwicklungsgruppe ist eine ‚offene‘ Gruppe, d.h. weitere interessierte Kolleginnen und Kollegen sind stets willkommen.

In jeder Lehrerkonferenz berichtet die Schulentwicklungsgruppe über den Stand und die weiteren Schritte ihrer Arbeit.

Bewilligung und Finanzierung

Die Bewilligung einer externen Fortbildung ergibt sich aus den Regelungen und Grundsätzen unseres Fortbildungskonzeptes. Individuelle Anliegen und Fortbildungswünsche von Kolleginnen und Kollegen müssen im Zusammenhang mit unseren schulinternen Schulentwicklungsschwerpunkten stehen bzw. der eigenen Kompetenzerweiterung. Darüber hinaus soll die Fortbildung in der unterrichtsfreien Zeit stattfinden, anderenfalls muss eine Vertretung gesichert sein, um Unterrichtsausfall möglichst zu vermeiden.

Implementation der Ergebnisse/Evaluation

Die Ergebnisse sowohl der schulinternen als auch externen Fortbildungen fließen in die Arbeit der Schule ein. Ergibt sich dies bei Pädagogischen Tagen häufig von selbst, so können individuelle Fortbildungen vor allem im Rahmen der Fach- und Jahrgangskonferenzen thematisiert und Erkenntnisse transparent vermittelt werden. Der einzelne Kollege/die einzelne Kollegin versteht sich als Multiplikator des Erlernten.

Die Evaluation der externen Fortbildungsveranstaltungen erfolgt einerseits durch den jeweiligen Moderator, andererseits nimmt der in der Fachkonferenz berichtende Kollege eine Bewertung vor dem Hintergrund der Unterrichts- bzw. Schulentwicklung vor.

Die pädagogischen Tage werden durch die Schulentwicklungsgruppe und die Schulleitung evaluiert. Die Lehrerkonferenz würde über die Auswertung informiert.

 

C. Wolter, DL‘

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies.
Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung