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Wer Friedhöfe schändet, greift uns alle an

Es ist bestürzend zu sehen, wie sicher sich Täter fühlen, wenn sie auf einem Friedhof ein solches Ausmaß der Zerstörung erzeugen. Fassungslos haben wir diesen Vorfall zur Kenntnis nehmen müssen, doch tatenlos werden wir dies nicht tun.

In den letzten Tagen haben Stadt, Initiative und Aktive von Geilenkirchen Hand in Hand gearbeitet und ein bemerkenswertes Zeichen der Solidarität gesetzt. Wir zeigen unseren jüdischen Freunden, dass sie nicht schutzlos in der Mitte unserer Gesellschaft stehen, und dass extremistische Gruppen nicht ungesehen ihren braunen Spuk in unserer Stadt verbreiten können.

Nach ersten Abstimmungsgesprächen reagieren wir umgehend auf die Zerstörungswut der Rechten. Neben der zügigen Instandsetzung des Friedhofs wird es am 27.1.2020 eine gemeinsame Großveranstaltung auf dem Markt geben. Setzen Sie ein Zeichen für ein offenes Geilenkirchen und kommen Sie am 27.1 um 10 Uhr auf den Marktplatz.

Ablauf und Programm werden wir zeitnah bekannt geben.

Wenn Sie dabei sein wollen und vorher Rückfragen haben, mailen Sie uns unter bru@alg-gk.de

Die folgenden Zeilen dürfen sehr genau schildern, warum es so wichtig ist, jetzt aufzustehen und jetzt etwas gegen rechte Umtriebe zu unternehmen und nicht abzuwarten und zu hoffen, dass es mal wieder Einzeltäter waren.

 

„Als die Nazis die Kommunisten holten…..“

Viel zitiert, oft abgewandelt, manchmal missbraucht, immer noch aktuell:
das berühmte Zitat Martin Niemöllers

 

Als die Nazis die Kommunisten holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Gewerkschafter holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Gewerkschafter.

Als sie mich holten,
gab es keinen mehr,
der protestieren konnte.

 

Quelle: http://martin-niemoeller-stiftung.de/martin-niemoeller/als-sie-die-kommunisten-holten

 

Tags: Friedhof 27.1.20 Geilenkirchen Erinnern Initiaitve Erinnern

Geilenkirchens Vergangenheit muss erhalten werden

Geschrieben von Administrator.

„Initiative Erinnern“ ist auf der Suche nach alten Bildern und Familienfotos. Die Forschungsarbeit soll fortgesetzt werden.

Geilenkirchen. In wenigen Wochen werden in Geilenkirchens Innenstadt die ersten „Stolpersteine“ zur Erinnerung an unsere ehemaligen jüdischen Mitbürger verlegt werden.

Geilenkirchener Marktstraße um 1925
Geilenkirchener Marktstraße um 1925
Foto: Stadtarchiv Geilenkirchen

Schon seit den fünfziger und sechziger Jahren haben sich einzelne Geilenkirchener Bürger um Kontakte zu den aus Geilenkirchen stammenden Überlebenden des Holocaust bemüht – Hermann Wassen, Heinz Wolf und Josef Schmölders sind u. a. hier zu nennen.

Sie haben geforscht und gesucht und Briefkontakte wieder aufgenommen. Besuche fanden statt, Besuche in Israel und Besuche jüdischer Bürger in Geilenkirchen. Sie reisten aus den Vereinigten Staaten, Holland, Israel an um ihre Heimatstadt noch einmal wiederzusehen. Anderen aus Südamerika, USA, Kanada war dieses Wiedersehen leider nicht mehr möglich, obwohl manche eine große Sehnsucht hatten, Geilenkirchen noch einmal zu besuchen. Das war in den 1970er/1980er Jahren.

Hünshovener Hauptstraße und Wurm um 1920
Hünshovener Hauptstraße und Wurm um 1920
Foto: Stadtarchiv Geilenkirchen

Mit dem Tode von Hermann Wassen und Josef Schmölders gab es zunächst einen Stillstand bei der Aufarbeitung der Geilenkirchener Geschichte und speziell der Geschichte der jüdischen Mitbürger – bis sich Anfang 2011 die Initiative Erinnern gründete, die nun erfolgreich versucht, dieses Werk mit unterschiedlichen Aktivitäten fortzuführen.

Für jede Hilfe sind die Mitglieder dieser Gruppe dankbar. Und so wenden sie sich an alle Geilenkirchener und ehemalige Geilenkirchener mit der Bitte, alte Fotos der Stadt und alte Familienfotos (bitte mit Erläuterungen!) zur Verfügung zustellen.

Sie werden eingescannt, ins Archiv der Stadt übernommen und die Originale den jeweiligen Besitzern wieder zurückgegeben. Sie helfen uns, die Geschichte der Stadt wieder lebendig werden zu lassen und sie für die Nachwelt zu erhalten. Manche sollen auch auf der Homepage der Initiative Erinnern Geilenkirchen www.erinnerung-geilenkirchen.de veröffentlicht werden.

Fotos können abgegeben werden bei Karl-Heinz Nieren unter vorheriger Kontaktaufnahme: Tel. 02451-7852 oder per E-Mail an karl-heinz.nieren[at]t-online.de senden.

Erinnern möchten wir auch an:

Marktplatz Hünshoven mit evangel. Kirche und Haus Camphausen um 1925
Marktplatz Hünshoven mit evangel. Kirche
und Haus Camphausen um 1925
Foto: Stadtarchiv Geilenkirchen

Fachtagung Erinnern – Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus (1933-1945) in der Region Heinsberg

26. Januar 2013 von 9.30 bis 17.30 Uhr
Franzikusheim, Zum Kniepbusch 5, Geilenkirchen
Kursnummer: 6hr0011
Unkostenbeitrag incl. Mittagessen u. Nachmittagskaffe: 10,-- EUR

Rundtour Erinnern – Besuch von Orten der Verfolgungsgeschichte in der Zeit des Nationalsozialismus (1933-1945) in der Region Heinsberg

27. Januar 2013 von 10.00 bis 16.00 Uhr
Treffpunkt: Bahnhof Geilenkirchen
Kursnummer: 6hr0021
Unkostenbeitrag incl. Mittagsimbiss: 5,-- EUR

Anmeldungen für beide Veranstaltungen (möglichst bis 8. Januar) unter:

Telefon:
02161-980639 (Frau Rütten)

oder per E-Mail:
forum-mg-hs@bistum-aachen.de

oder per Post:
Katholisches Forum für Erwachsenen- und Familienbildung Mönchengladbach und Heinsberg
Bettrather Str. 22
D-41061 Mönchengladbach
Infos auch unter: www.forum-mg-hs.de

Stolpersteinverlegung am 5. März 2013 – Spenden erwünscht:

Evtl. Spenden für die 27 „Stolpersteine“ – 1 Stein kostet 120 EUR – auf folgendes Konto:

Förderverein Anita-Lichtenstein-Gesamtschule Geilenkirchen, KSK Heinsberg, BLZ: 312 512 20, Kt.-Nr.: 151 852.

Für die Ausstellung einer Spendenquittung bittet die „INITIATIVE ERINNERN“ um eine vollständige Adressangabe.

Antrag an die Stadt

Geschrieben von Administrator.

Antrag an den Bürgermeister der Stadt Geilenkirchen, Thomas Fiedler und an die Stadtverordneten des Rates der Stadt Geilenkirchen

Genehmigung für das Verlegen von „Stolpersteinen“

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

sehr geehrte Damen und Herren Stadtverordnete,

unsere Stadt war Heimat einer der größten jüdischen Gemeinden in der Region Aachen. Ihre Mitglieder wurden unmittelbar nach der Reichspogromnacht von den Nationalsozialisten aus der Stadt vertrieben. Einige konnten sich retten, viele wurden deportiert und in Vernichtungslagern ermordet. Niemand von den Überlebenden kehrte in unsere Stadt zurück.

Das Gedenken an die vertrieben, deportierten und ermordeten Geilenkirchener mit jüdischem Glauben – und an Personen, die aus religiösen, weltanschaulichen oder politischen Gründen verfolgt worden sind, was noch zu erforschen ist – in einer kleinen Stadt wie der unseren, in der die Erinnerung generationenübergreifend ist, fällt nicht leicht. Scham und Trauer über das Geschehene mischen sich bei manchen mit der Sorge, dass das Erinnern Gräben unter den heute Lebenden aufreißen könne. Manche möchten mit dieser schrecklichen Zeit unserer Geschichte nicht mehr behelligt werden.

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