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Stolpersteine

Stolpersteinverlegung 22. Juni 2016

Geschrieben von Administrator.

22. Juni 2016 - Verlegung von 11 Stolpersteinen

22. Juni 2016

Konrad-Adenauer-Str. 185


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Eduard Horns Mutter war Helene Gottschalk. Sie war verheiratet mit Sigmond Horn aus Sittard. 1918 hatte Eduard Pauline Windmüller aus Beckum in Westfalen geheiratet. Das Paar wechselt mehrmals seinen Wohnort zwischen Geilenkirchen und Sittard und wohnte seit 1928 in Geilenkirchen, betrieb hier die Handlung für Metzgereibedarf, Häute und Felle, die aber unter dem Namen des Großvaters, Leser Gottschalk, der bereits 1896 verstorben, firmierte. In Geilenkirchen wurde 1930 auch Sohn Leopold Ludwig (Lutz) geboren, der 1943 zusammen mit seiner Mutter in Sobibor ermordet wurde, der Vater 1944 in Auschwitz.


Konrad-Adenauer-Str. 183


58596061

Das Geschäft seines Cousins Eduard übernahm nach dessen Flucht nach Holland Paul Gottschalk. Aufgrund des Boykotts jüdischer Geschäfte floh das Ehepaar Paul Gottschalk, Ida Frank mit den Töchter Liesel, geb. 1921, und Ruth Elfriede, geb. 1925, 1937 ebenfalls nach Holland und fanden Zuflucht in Enschede. Sie wohnten Laaressingel 46 bis zu ihrer Internierung 1942 im Lager Westerbork. Liesel war in Amsterdam untergetaucht, wechselt mehrmals ihren Aufenthaltsort und wurde aber von dort aus ebenfalls 1942 in Westerbork interniert. Von dort wurden alle 1943 deportiert, Paul, Ida und Tochter Liesel nach Sobibor, wo sie am 28. Mai 1943 ermordet wurden, Ruth Elfriede nach Majdanek, wo sie am 30. Nov. 1943 starb. Etliche Cousinen und Cousins von Liesel u. Ruth haben den Holocaust in Belgien, Holland, Luxemburg, Israel und USA überlebt.


Konrad-Adenauer-Str. 201


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Gustav Gottschalk, gen. „Cohns Jüs“, und seine Frau Regina, geb. Cohen, betrieben hier ihren Kolonialwarenladen, den sie von Reginas Vater Hermann Cohen übernommen hatten. Nach der Pogromnacht mussten die Gottschalks, wie alle Geilenkirchener Juden, ihr Haus und Geschäft aufgeben und wurden in Aachen in einem sogen. „Judenhaus“ – Aachen, Lager Grüner Weg – interniert. Am 16. April 1942 kamen sie ins Jüdische Altenheim, Horst-Wessel-Str. 87, ehemals Kalverbenden 87. Es war ebenfalls ein sogen. „Judenhaus“ (Ghetto). Bereits drei Monate später wurden beide am 26. Juli 1942 von Düsseldorf aus nach Theresienstadt deportiert. In der Transportliste waren sie unter den Nummern 45 und 46 registriert. Nicht mal einen Monat später, am 15. Aug. 1942, starb Gustav Gottschalk in Theresienstadt. Seine Frau Regina wurde am 26. Sept. 1942 weiter nach Treblinka deportiert und gilt seitdem als vermisst, was nichts anderes bedeutet, als dass sie direkt nach ihrer Ankunft dort ermordet wurde.


Konrad-Adenauer-Str. 228


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Hier lebten Wilhelm Gottschalk, gen. „Leutnant“ und seine Frau Sabine, geb. Dahl, eine Schwester von Hermann Dahl. Wegen der Repressionen des NS-Regimes waren sie schon vor der Pogromnacht zu Sabines Bruder Joseph Dahl nach Wuppertal-Elberfeld geflüchtet. Hier verstarb Sabine Gottschalk am 31. Okt. 1938. Ihr Mann Wilhelm wurde mit dem ersten Deportationstransport von Düsseldorf nach Theresienstadt am 21. Juli 1942 deportiert. Seine Transportnummer war 241. Er wurde am 21. Sept. 1942 in Treblinka ermordet. Sohn Karl Gottschalk konnte fliehen und überlebte in den USA. Er starb 1989 in Cincinnati. Er war nicht verheiratet. Sohn Herbert und Frau Ilse, geb. Goldschmidt überlebten ebenfalls in den USA, Sohn  Walter und seine Frau Lotte, geb. Zander, wurden in Auschwitz ermordet.

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