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„Als die Nazis die Kommunisten holten…..“

Viel zitiert, oft abgewandelt, manchmal missbraucht, immer noch aktuell:
das berühmte Zitat Martin Niemöllers

 

Als die Nazis die Kommunisten holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Gewerkschafter holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Gewerkschafter.

Als sie mich holten,
gab es keinen mehr,
der protestieren konnte.

 

Quelle: http://martin-niemoeller-stiftung.de/martin-niemoeller/als-sie-die-kommunisten-holten

 

Tags: Friedhof 27.1.20 Geilenkirchen Erinnern Initiaitve Erinnern

Gedenken zum 75. Jahrestag...

Geschrieben von Administrator.

... des Pogroms 1938 in Geilenkirchen

In einem Gedenkgottesdienst anlässlich der 75. Wiederkehr des Pogroms vom 9. November 1938 gedachten auf Einladung der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde in Geilenkirchen Menschen der Gräueltaten, die mit und seit diesem Tag auch jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürgern auch in Geilenkirchen erlitten haben.

An jenem Abend 1938 wurde die Synagoge geschändet und abgebrannt, jüdische Mitmenschen – so berichten noch heute Zeitzeugen – wurde aus ihren Häusern gezerrt, Schaufenster und Türen ihrer Häuser zerstört und ihre Geschäfte geplündert. Es war der Auftakt der systematischen Verfolgung in Deutschland, die auch für unsere Geilenkirchener jüdische Bevölkerung in Vertreibung und Tod in Sobibor, Treblinka, Majdanek, Riga, Theresienstadt, Mauthausen, Auschwitz und anderen Orten endete.

Gedenken zum 75. Jahrestag

Nach Gebeten, Bitten um Vergebung für das Ungeheuerliche, das im Namen der Deutschen begangen wurde, mahnenden Worten für die Gegenwart und Zukunft ging die Gruppe von ca. 50 bis 70 Personen, unter ihnen etliche Kinder und Jugendliche, zunächst schweigend zum Synagogenplatz, gedachte des Pogroms und legte am Gedenkstein Rosen der Erinnerung nieder.

Schweigend begaben sich die Teilnehmer anschließend zum jüdischen Friedhof, wo vor allem der Ermordeten gedacht wurde, die in Massengräbern an unbekannten Orten verscharrt wurden, die kein Grab irgendwo auf der Welt haben, deren Asche verstreut wurde in abgelegenen Bereichen der Konzentrationslager, auf Wiesen, in Wäldern, in Sümpfen.

Als Dankeschön zehn Bäume in Jerusalem gepflanzt

Geschrieben von Administrator.

Geilenkirchen. Gebäude wurden längst durch modernere ersetzt, Papiere, Bilder und andere Erinnerungsstücke sind verschwunden, keine einzige Familie aus der damaligen Zeit ist hier in Geilenkirchen geblieben. Und doch hat sich eine Initiative gegründet, um all dem auf den Grund zu gehen, um die Spuren, die verwischt schienen, wieder sichtbar zu machen. Dass es eines Tages auch gelingen würde – in einem solch erfreulichen Ausmaß – konnte zunächst niemand ahnen.

Artikel aus der Geilenkirchener Zeitung vom 14.06.2013. Autor: Laura Beemelmanns

Lange Zeit waren die Themen Nazi-Regime und Holocaust in Geilenkirchen „blockiert“, wie Bürgermeister Thomas Fiedler es beschreibt. Heute sieht das ganz anders aus. Wenn Christa Nickels und Karl-Heinz Nieren, Mitglieder der Initiative gegen das Vergessen, über ihre Erfolge berichten, über die Geschichten, die sie nun erzählen können, über Familiengeheimnisse und über Spuren, die bis in die USA oder nach Israel führen, dann versinkt selbst der Zuhörer in längst vergessenen Zeiten.

Ein Beispiel für die gelungene Arbeit ist eine der vielen Familien Gottschalk. Einst lebte diese jüdische Familie in Geilenkirchen. „Insgesamt waren es vor dem Zweiten Weltkrieg rund 130 Personen“, sagt Karl-Heinz Nieren. Davon allein 13 Gottschalk-Familien in Bauchem, Hünshoven und Geilenkirchen. Sie gehörten zu einer der größten jüdischen Gemeinschaften in der Region, sagt er.

ermordeten Geilenkirchener jüdischen Glaubens wieder in die Stadt zurückgeholt werden.

Setzen sich dafür ein, dass die Erinnerung für immer bleibt: Christa Nickels, Thomas Fiedler und Karl-Heinz Nieren (v.l.).
Setzen sich dafür ein, dass die Erinnerung für immer bleibt: Christa Nickels,
Thomas Fiedler und Karl-Heinz Nieren (v.l.).
Foto: Laura Beemelmanns

All das haben seine Recherchen ergeben. Die führten im Fall Gottschalk nach Amsterdam. Denn dort leben die Nachkommen dieser einstigen Geilenkirchener Gottschalks. Bereits Mitte Mai kam ein Treffen zustande. Bürgermeister Fiedler hatte Rudi Gottschalk und seine beiden Töchter Juliette und Sabine im Rathaus empfangen.

Die Mitglieder der Initiative gegen das Vergessen verlegten für den Vater dieser Familie Gottschalk einen der inzwischen 27 Stolpersteine in der Konrad-Adenauer-Straße. Wochen vergingen. Bis eines Tages ein Brief in niederländischer Sprache auf dem Tisch von Thomas Fiedler landete. Darin ein Anschreiben mit ein paar netten Worten und eine Urkunde. „A Tree is planted in Israel“ steht darauf, und „die Familie Rudi Gottschalk dankt allen Beteiligten der Gemeinde Geilenkirchen für die Verlegung der Stolpersteine in Erinnerung an unsere Familienmitglieder und alle anderen Kriegsopfer in der Gemeinde Geilenkirchen.“ Ohne, dass jemand etwas davon wusste, sorgten die Gottschalks dafür, dass zehn Bäume als symbolisches Zeichen in Jerusalem gepflanzt wurden. Sie wollten Geilenkirchen und vor allem auch der Initiative gegen das Vergessen danken. „Die Familie war sehr berührt“, berichtet Fiedler über das Treffen. „Es war ein kurzes, aber sehr intensives Gespräch. Rudi Gottschalk ist ein Gentleman der alten Schule.“

Gottschalk wusste nicht viel über die Geschichte seiner Familie. Seine Eltern seien sehr verschwiegen gewesen, sagte er. Nieren konnte ihn dank seiner Recherchen darüber aufklären und etwas über seine Verwandten berichten. „Wir sind eine Ermöglichungsagentur“, sagt Christa Nickels scherzhaft. „Dass es so lebendig wird, hätten wir nie gedacht.“ All die Geschichten und Informationen sind nun greifbar. Nahezu alle Familien konnten identifiziert und zum größten Teil gefunden werden.

So sollen auch mit der Zeit noch etwa 100 Stolpersteine folgen. Aber Schritt für Schritt. „Es soll ja keine Massenveranstaltung werden“, sagt Nickels. Dass sich nun eine Familie bedankt, berührt alle Beteiligten sehr. Ihre Arbeit wird angenommen und arbeitet das auf, was andere den Familien einst genommen haben.

Meilensteine für die Arbeit gegen das Vergessen

Geschrieben von Administrator.

Der Aktionskünstler Gunter Demnig verlegt in Geilenkirchen 27 Stolpersteine gegen das Vergessen. Erinnerung an Mitbürger jüdischen Glaubens.

Artikel aus der Aachener Zeitung vom 06.03.2013. Autor: Udo Stüsser

Geilenkirchen. „Hier wohnte Anita Lichtenstein/Jahrgang 1933/Deportiert 1942/Ermordet in Majdanek." Als der Aktionskünstler Gunter Demnig die ersten drei Stolpersteine vor dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Lichtenstein einlässt, herrscht in der Martin-Heyden-Straße betretenes Schweigen. Hier haben sich an diesem Dienstagmorgen Mitglieder der im Jahre 2011 gegründeten Initiative Erinnern Geilenkirchen, Schüler und Lehrer der der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule, der Städtischen Realschule Geilenkirchen und der Berufsbildenden Schulen, Pfarrer Peter Frisch als Vertreter der katholischen Kirche und Pfarrerin Tanja Bodewig als Vertreterin der Evangelischen Kirche sowie Mitglieder der Ratsparteien versammelt. Unterstützt von Straßenbauschülern der Berufsbildenden Schulen verlegte Gunter Demnig vor acht Häusern insgesamt 27 Stolpersteine, damit die Namen der in der Shoah vertriebenen und ermordeten Geilenkirchener jüdischen Glaubens wieder in die Stadt zurückgeholt werden.

Symbolisch über die Historie stolpern: In 800 Städten hat Gunter Demnig 80000 Stolpersteine gegen das Vergessen verlegt.
Symbolisch über die Historie stolpern:
In 800 Städten hat Gunter Demnig 80000
Stolpersteine gegen das Vergessen verlegt.
Foto: Georg Schmitz

„Über die Historie symbolisch stolpern und ganz real ins Denken kommen über die dunkelste Zeit der deutschen Geschichte, vor allem auch der lokalen Geschichte, das ist das Anliegen von Gunter Demnig“, begrüßt Bürgermeister Thomas Fiedler den Künstler, der seit 1994 in 800 deutschen Städten und Gemeinden rund 80 000 Stolpersteine gegen das Vergessen gelegt hat. „Ihr Anliegen verbindet sich an allen Orten, in denen Sie wirken, immer mit dem Anliegen von Menschen vor Ort, Menschen, die ihre eigene Geschichte nicht vergessen und nachfolgende Generationen darauf aufmerksam machen wollen, dass wir Deutschen einmal die Spezialisten des Völkermords waren, heute und in Zukunft aber Spezialisten der Friedensbewahrung und der Versöhnung sein wollen." Fiedler betont die Wichtigkeit, im Kleinen dauerhafte Zeichen dafür zu setzen, „dass uns das Schicksal unserer jüdischen Mitbürger nach wie vor bekümmert und wir uns einsetzen wollen dafür, dass solches nicht wieder geschieht".

Fiedler erinnert an die vielen Menschen, die sich in einem Netzwerk zusammengefunden haben, um Erinnerungsarbeit zu leisten, und spricht den engagierten Bürgern seinen Respekt und Dank aus. Ein ganz besonderer Dank gelte der Frau, die die „Kümmerin" par excellence für dieses Projekt sei: Christa Nickels. „Es sind Stolpersteine, die hier heute verlegt werden, es sind Meilensteine für die Arbeit gegen das Vergessen, sie werden aber eines nicht sein, nämlich Schlusssteine", versteht Fiedler die Aktion als Ansporn, mehr zu tun.

Grußwort des Bürgermeisters

Geschrieben von Administrator.

Grußwort des Bürgermeisters der Stadt Geilenkirchen, Thomas Fiedler, zur Eintragung von Sharon und Richard Dahl ins „Goldene Buch“ der Stadt und zur „Fachtagung Erinnern“ am 26. Januar 2013 im Franziskusheim Geilenkirchen

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

im Namen von Rat und Verwaltung der Stadt Geilenkirchen darf ich Sie heute hier in Geilenkirchen herzlich begrüßen und der Tagung einen guten Verlauf wünschen. Es ist mir eine große Freude, den Nachfahren einer jüdischen Geilenkirchener Familie, Herrn Richard Dahl, und seine Gattin Sharon, hier und heute einladen zu dürfen, sich in das Goldene Buch der Stadt einzutragen. Meine Damen und Herren, Sie behandeln heute und morgen die Art und Weise, mit der wir im Kreis Heinsberg das Gedächtnis an das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte wach halten und schärfen wollen. Ich freue mich ganz besonders, dass Sie mit Winfried Casteel, mit dem mich lange Jahre der Zusammenarbeit in der VHS Aachen verbinden, einen Referenten hier zu Gast haben bzw. hatten, der dieses Wachhalten des Gedächtnisses in Aachen bereits in den 80er Jahren zu seinem Thema machte und seitdem unermüdlich in diesem Themenkreis aktiv ist, unzählige Menschen mit diesen Themen infiziert hat und uns sehr helfen kann mit seiner methodischen Erfahrung darin, wie wir uns bei fortschreitender zeitlicher Distanz immer mehr und immer neu diesem furchtbaren Kapitel nähern sollten.

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